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3D-Drucke auf eBay verkaufen: Lohnt sich das für dich?
Von Samuel Hofert · Stand: November 2026
Kurz gesagt
Ja, vor allem für Ersatzteile und praktische Teile, nach denen Leute gezielt suchen. Als Gewerbe brauchst du ein gewerbliches eBay-Konto und zahlst im Moment je nach Kategorie meist 11 bis 14 % Provision plus 0,35 € oder 0,45 € pro Bestellung. Die Gebühren haben sich 2026 geändert, prüf sie also direkt bei eBay.
Gleich vorweg: eBay war nie meine Hauptplattform. Ich hab vor allem über Etsy und Kleinanzeigen verkauft. Was hier steht, ist also kein großer Erfahrungsbericht. Es ist das, was du über eBay wissen solltest, plus die aktuellen Zahlen, die ich für dich nachgeschaut hab.
Privat oder gewerblich?
Wenn du regelmäßig 3D-Drucke herstellst und verkaufst, um damit Geld zu verdienen, bist du gewerblich unterwegs. Dann brauchst du ein Gewerbe und auf eBay ein gewerbliches Konto.
Privat verkaufen ist auf eBay in Deutschland im Moment gebührenfrei. Das ist aber für Sachen gedacht, die du nicht mehr brauchst, und nicht für Ware, die du extra herstellst. Wer das vermischt, riskiert Ärger mit eBay und im schlimmsten Fall Abmahnungen.
Gewerblich heißt auf eBay unter anderem:
- Du gibst ein Impressum mit deinen Kontaktdaten an.
- Deine Kunden haben ein Widerrufsrecht, und du brauchst eine Widerrufsbelehrung.
- Du haftest für Mängel, das nennt man Gewährleistung.
- Die Regeln zur Produktsicherheit gelten auch für dich. Mehr dazu im Artikel über GPSR und CE.
Wenn du noch nicht volljährig bist, lies vorher meinen Artikel über Verkaufen unter 18.
Die Gebühren im Moment
eBay hat die Provisionen für gewerbliche Verkäufer zum 1. Juli 2026 umgestellt. Die Staffel mit 3 % über einer bestimmten Preisgrenze gibt es in vielen Kategorien nicht mehr. So sieht es laut eBay-Hilfeseite im November 2026 aus:
| Was | Kosten im Moment |
|---|---|
| Angebotsgebühr ohne eBay Shop | 0,35 € pro Festpreisangebot, 0,50 € pro Auktion |
| Provision in Möbel & Wohnen, Bastelbedarf, Verschiedenes, Sport | 14 % |
| Provision in Garten & Terrasse, Heimwerker | 13 % |
| Provision für Elektronik-Zubehör, zum Beispiel Handyzubehör | 12 % |
| Provision in Modellbau | 11 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Fixer Anteil pro Bestellung | 0,35 €, bei Bestellungen über 10 € 0,45 € |
| eBay Shop (freiwillig) | ab 39,95 € im Monat, dafür ein Kontingent an Angeboten ohne Angebotsgebühr |
Die Provision wird auf den Gesamtbetrag berechnet, also inklusive Versandkosten. Die Angebotsgebühr zahlst du auch, wenn nichts verkauft wird. Und wer einen schlechten Servicestatus hat, zahlt eine höhere Provision.
Ein Rechenbeispiel: Du verkaufst eine Halterung für 15 € plus 5 € Versand, also 20 € insgesamt. Bei 14 % sind das 2,80 €. Dazu kommen 0,45 € fix pro Bestellung und 0,35 € Angebotsgebühr. Zusammen 3,60 €, also 18 % von dem, was der Kunde zahlt.
Diese Zahlen ändern sich regelmäßig. Prüf sie vor dem Start direkt auf der Gebührenseite von eBay. Und rechne sie in deinen Preis ein, zum Beispiel mit meinem Kosten-Rechner.
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Wofür eBay richtig gut ist: Ersatzteile
Auf eBay suchen viele Leute sehr gezielt. Jemand hat einen abgebrochenen Knopf, einen kaputten Clip oder eine verlorene Halterung. Er tippt Gerätename, Modellnummer und das Teil ein und will genau das. Das passt gut zum 3D-Druck, weil du Teile in kleiner Stückzahl herstellen kannst, die es sonst nirgends mehr gibt.
Worauf du dabei achten solltest:
- Genau beschreiben: Maße, Modellnummer und wofür das Teil passt. Ein Foto vom eingebauten Teil hilft enorm.
- Selbst testen: Wenn du kannst, probier die Passform an einem echten Gerät aus.
- Keine sicherheitsrelevanten Teile: Finger weg von allem, was mit Bremsen, Gas, Strom, Kindersitzen oder tragenden Lasten zu tun hat. Wenn so ein Teil versagt, kann jemand verletzt werden, und du haftest.
- Fremde Marken vorsichtig nennen: Gib dein Teil nie als Original aus und benutz keine Logos. Ob und wie du einen Markennamen zur Beschreibung nennen darfst, hängt vom Einzelfall ab. Im Zweifel frag deine IHK. Mir hat sie bei rechtlichen Fragen kostenlos geholfen.
- Lizenz klären: Wenn das Modell nicht von dir ist, brauchst du die Erlaubnis des Designers. Mehr dazu im Artikel über Lizenzen.
eBay, Etsy und Kleinanzeigen im Vergleich
| Plattform | Gut für | Weniger gut |
|---|---|---|
| eBay | Gezielte Suchen, Ersatzteile, Zubehör, Technik | Provision je nach Kategorie bis 14 %, eher wenig Geschenk-Käufer |
| Etsy | Deko, Geschenke, Personalisiertes, Nischen | Viel Konkurrenz, fremde Modelle sind eine Grauzone |
| Kleinanzeigen | Lokal, große Teile, schnell testen | Weniger Käufer, viele wollen handeln |
Den ausführlichen Vergleich der anderen zwei findest du in Etsy oder Kleinanzeigen.
Tipps für deine eBay-Angebote
- Titel mit Modellnummer: Leute suchen bei Ersatzteilen nach Nummern, nicht nach schönen Worten. Der Titel ist bei eBay im Moment auf 80 Zeichen begrenzt, also das Wichtigste zuerst.
- Artikelmerkmale ausfüllen: Farbe, Material, Maße. eBay nutzt sie für die Filter in der Suche.
- Fotos aus der Praxis: Das Teil eingebaut zeigt mehr als das Teil auf weißem Hintergrund. Mehr in meinem Artikel über Produktfotos.
- Sauber verpacken: Ich hab einmal 20 Cent bei der Verpackung gespart, und die Hälfte kam kaputt an. Seitdem nur noch Kartons und gutes Füllmaterial. Mehr dazu unter 3D-Drucke versenden.
- Klein testen: Stell erst ein paar Teile ein und schau, ob sie laufen, bevor du dein ganzes Sortiment hochlädst.
Mein Fazit
eBay ist für 3D-Drucke eine gute Ergänzung, aber keine Plattform für alles. Wenn du Ersatzteile oder praktisches Zubehör druckst, solltest du es auf jeden Fall testen. Für Deko und Geschenke würde ich eher bei Etsy anfangen. Egal wo: Mach es offiziell mit gewerblichem Konto, rechne die Gebühren ehrlich ein und prüf die aktuellen Zahlen selbst nach.
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Häufige Fragen
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VERKAUFEN
Etsy oder Kleinanzeigen: Wo verkaufst du deine 3D-Drucke am besten?
Kleinanzeigen ist schnell, ohne Verkaufsgebühr und gut für den Start, hat aber weniger Käufer. Etsy bringt dir Käufer aus ganz Europa, hat aber mehr Konkurrenz und Gebühren. Ob dort auch Drucke von fremden Modellen erlaubt sind, ist seit 2025 eine Grauzone. Mein Rat: beides ausprobieren.
RECHTLICHES
3D-Druck verkaufen: Brauchst du ein Gewerbe?
Ja, sobald du regelmäßig verkaufst und damit Gewinn machen willst. Die Anmeldung kostet je nach Stadt meist 20 bis 60 € und geht oft online. Danach kommen noch der Fragebogen vom Finanzamt und die Meldung bei der Berufsgenossenschaft.
RECHTLICHES
GPSR und CE-Kennzeichnung bei 3D-Drucken: Was du wirklich brauchst
Die GPSR gilt für fast alles, was du an Privatkunden verkaufst. Als Hersteller müssen dein Name, deine Adresse und eine Kontaktmöglichkeit aufs Produkt oder die Verpackung und in jedes Angebot. Eine CE-Kennzeichnung brauchst du nur, wenn eine spezielle EU-Regel greift. Bei 3D-Drucken ist das meistens Spielzeug oder alles mit Strom.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.
