RECHTLICHES
Darf ich 3D-Drucke von Thingiverse, Printables oder MakerWorld verkaufen?
Von Samuel Hofert · Stand: November 2026
Kurz gesagt
Nur wenn die Lizenz es erlaubt. Steht "NC" drin oder ist es die "Standard Digital File License", darfst du die Drucke nicht verkaufen. Bei CC BY und CC BY-SA darfst du, wenn du den Designer nennst. In allen anderen Fällen: Designer fragen oder eine kommerzielle Lizenz kaufen.
Die Frage krieg ich ständig: Darf ich dieses Modell verkaufen? Die Antwort steht fast immer direkt auf der Seite des Modells. Man muss nur wissen, wo man hinschaut.
Die Lizenzen auf einen Blick
| Lizenz | Darfst du Drucke verkaufen? |
|---|---|
| CC0 (gemeinfrei) | Ja |
| CC BY | Ja, mit Namensnennung |
| CC BY-SA | Ja, mit Namensnennung |
| CC BY-ND | Ja, mit Namensnennung, aber nur unverändert |
| Alles mit NC, zum Beispiel CC BY-NC oder CC BY-NC-SA | Nein |
| Standard Digital File License (MakerWorld, Printables) | Nein |
| Keine Lizenz angegeben | Nein, erst fragen |
"NC" steht für "non-commercial", also nicht kommerziell. Das gilt nicht nur für die Datei, sondern auch für den Druck.
Wo finde ich die Lizenz?
Auf Thingiverse, Printables und MakerWorld steht die Lizenz auf der Seite des Modells, meistens unter der Beschreibung oder in der Seitenleiste.
Ich hab Lizenzen oft in Claude oder ChatGPT kopiert und gefragt, was ich darf. Das hilft beim Verstehen. Aber danach immer selbst gegenchecken. Man darf nicht aufhören, selbst zu denken.
Mein Tipp zur Suche: Auf Thingiverse gibt es mehr Modelle mit Lizenzen, die den Verkauf erlauben. Auf MakerWorld und Printables sind die Modelle oft besser, aber seltener frei für den Verkauf.
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Nicht erlaubt? Frag den Designer
Das ist der Schritt, den die meisten auslassen. Dabei klappt er oft. Schreib dem Designer eine kurze Nachricht über die Plattform: wer du bist, welches Modell, wo du es verkaufen willst und was du ihm anbietest.
Ein Designer auf MakerWorld hat mir den Verkauf komplett kostenlos erlaubt. Bei einem meiner besten Modelle hab ich 15 % pro Verkauf an den Designer gezahlt. Heute würde ich lieber einen festen Betrag vereinbaren, das ist für beide einfacher.
Und wenn keiner antwortet: Manche Designer haben ein PayPal angegeben. Ich hab einmal 1 € als Dankeschön geschickt und nochmal nachgefragt. Danach kam die Antwort, und ich durfte das Modell verkaufen.
Kommerzielle Lizenzen
Viele Designer verkaufen eine kommerzielle Lizenz, zum Beispiel direkt auf MakerWorld oder als Abo auf Patreon. Achte bei Abos darauf: Wenn du kündigst, darfst du oft auch keine neuen Drucke mehr verkaufen.
Achtung bei Etsy
Etsy hat im Juni 2025 seine Regeln verschärft. 3D-Drucke dürfen dort nur noch verkauft werden, wenn sie auf deinem eigenen Design beruhen. Drucke von fremden Modellen sind auf Etsy damit nicht mehr erlaubt, auch wenn die Lizenz den Verkauf eigentlich erlaubt. Wenn Etsy das bemerkt, können Angebote oder sogar der ganze Shop gesperrt werden.
Auf Kleinanzeigen, eBay oder in deinem eigenen Shop gilt diese Regel nicht. Dort zählt die Lizenz. Und wer auf Etsy verkaufen will, kommt um eigene Designs nicht herum. Viele lernen deshalb, ihre Modelle selbst zu konstruieren.
Vorsicht bei Marken und Figuren
Auch wenn die Lizenz den Verkauf erlaubt: Bekannte Figuren, Logos und Markennamen gehören jemand anderem. Eine bekannte Comicfigur darfst du nicht verkaufen, egal was in der Lizenz steht.
Bei meinen Murmelbahn-Teilen ging es um Teile, die zu GraviTrax passen. Ich hatte Kontakt zur Firma und konnte nachfragen. Wenn du Teile für ein bekanntes Produkt verkaufst, sei mit dem Markennamen vorsichtig und frag im Zweifel nach.
Beweise sichern
Mach von jeder Lizenz und jeder Erlaubnis einen Screenshot, mit Datum. Mich hat mal ein Designer angeschrieben, weil er nicht wusste, dass ich seine Lizenz gekauft hatte. Ich konnte es kurz zeigen, und die Sache war erledigt.
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Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.
