DER ÜBERBLICK
3D-Drucke verkaufen: Was du wirklich beachten musst
Von Samuel Hofert · Stand: November 2026
Kurz gesagt
Ja, du darfst deine 3D-Drucke verkaufen. Dafür brauchst du ein Gewerbe, die Erlaubnis für das Modell, die Angaben nach der Produktsicherheitsverordnung (GPSR) und eine Registrierung im Verpackungsregister LUCID. Bei Spielzeug und allem mit Strom kommt die CE-Kennzeichnung dazu.
Ich hatte zwei Jahre lang meinen eigenen 3D-Druck-Shop, mit über 800 Kunden. Am Anfang hatte ich keine Ahnung, was man dafür alles braucht. Ich hab einfach losgelegt und vieles erst später gelernt. Manches auf die harte Tour.
Hier ist die Übersicht, die ich mir damals gewünscht hätte. Zu den wichtigsten Punkten gibt es eine eigene Seite, wenn du tiefer einsteigen willst.
1. Ein Gewerbe anmelden
Sobald du regelmäßig verkaufst und damit Geld verdienen willst, brauchst du ein Gewerbe. Das klingt schlimm, ist es aber nicht. Die Anmeldung kostet je nach Stadt meist zwischen 20 und 60 € und geht oft online.
Danach kommen noch zwei Schritte, die viele vergessen: der Fragebogen vom Finanzamt und die Meldung bei der Berufsgenossenschaft.
Alles dazu: Brauchst du ein Gewerbe für 3D-Druck?
2. Kleinunternehmer oder nicht
Im Fragebogen vom Finanzamt entscheidest du, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt. Dann weist du keine Umsatzsteuer aus und hast weniger Papierkram. Das geht, solange du im Vorjahr nicht mehr als 25.000 € und im laufenden Jahr nicht mehr als 100.000 € Umsatz machst.
Ich hab sie genutzt. Für die meisten, die mit einem 3D-Drucker starten, lohnt sie sich, weil sie wenig einkaufen.
Alles dazu: Kleinunternehmer mit 3D-Druck
Checkliste vor dem ersten Verkauf
Plus Vorlagen, Produktideen und Excel-Kalkulation im kostenlosen Werkzeugkasten.
3. Darfst du das Modell überhaupt verkaufen?
Hier passieren die meisten Fehler. Nicht jedes Modell von Thingiverse, Printables oder MakerWorld darf verkauft werden. Steht "NC" in der Lizenz, heißt das: nicht kommerziell. Dann darfst du auch den Druck nicht verkaufen.
Alles dazu: Darf ich 3D-Drucke von Thingiverse, Printables oder MakerWorld verkaufen?
4. GPSR und CE
Seit Dezember 2024 gilt die Produktsicherheitsverordnung, kurz GPSR. Wenn du selbst druckst und verkaufst, bist du der Hersteller. Dann müssen dein Name und deine Adresse aufs Produkt oder die Verpackung und in jedes Angebot.
Die CE-Kennzeichnung brauchst du nur in bestimmten Fällen. Bei 3D-Drucken meistens bei Spielzeug oder bei allem mit Strom. Ich musste meinen Shop eine Zeit lang offline nehmen, unter anderem weil die CE-Kennzeichnung gefehlt hat. Das hat mich echt getroffen. Nimm diesen Punkt also ernst.
Alles dazu: GPSR und CE bei 3D-Drucken
5. Verpackung und LUCID
Wer Pakete an Privatkunden verschickt, muss sich vor dem ersten Paket im Verpackungsregister LUCID registrieren und die Verpackung bei einem sogenannten dualen System lizenzieren. Die Registrierung ist kostenlos, die Lizenz kostet bei kleinen Mengen meist nur einen kleinen Betrag im Jahr. Eine Untergrenze, ab der man nichts machen muss, gibt es nicht.
Alles dazu: Verpackungsgesetz und LUCID
6. Wo verkaufen?
Ich hab mit Kleinanzeigen angefangen. Mein erster Verkauf war ein Murmelbahn-Teil, nach ein bis zwei Tagen. Kleinanzeigen nimmt keine Verkaufsgebühr, hat aber weniger Käufer. Etsy bringt dir Käufer und wirbt für dich, hat aber mehr Konkurrenz und höhere Gebühren. Mein Rat: beides ausprobieren. Was besser läuft, hängt vom Produkt ab.
Bei Etsy gibt es seit 2025 eine Grauzone. In den Regeln steht, dass 3D-Drucke auf deinem eigenen Design beruhen sollen. Ich hab beim Support nachgefragt, und die Antwort klang deutlich weniger streng. Dazu hab ich auch zwei Videos gemacht. Ich persönlich denke, mit einer Lizenz, die den Verkauf erlaubt, geht es meistens trotzdem. Schau dir die aktuellen Regeln aber selbst an. Am sichersten bist du mit eigenen Designs.
7. Der richtige Preis
Am Anfang war ich viel zu billig. Was fast alle vergessen, ist die eigene Arbeitszeit: Nachbearbeitung, Fotos, Verpacken. Rechne die immer mit ein. Und denk dran: Umsatz ist nicht Gewinn.
Du bist noch keine 18?
Auch das geht. Du brauchst aber die Erlaubnis deiner Eltern und eine Genehmigung vom Familiengericht.
Alles dazu: 3D-Drucke verkaufen unter 18
Mein Fazit
Das klingt nach viel. Ist es am Anfang auch. Aber jeder Punkt ist ein Nachmittag Arbeit und kein Studium. Und wenn du unsicher bist: Frag deine IHK. Die beraten kostenlos, und kaum jemand nutzt das. Mir hat das sehr geholfen.
Checkliste vor dem ersten Verkauf
Plus Vorlagen, Produktideen und Excel-Kalkulation im kostenlosen Werkzeugkasten.
Häufige Fragen
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RECHTLICHES
3D-Druck verkaufen: Brauchst du ein Gewerbe?
Ja, sobald du regelmäßig verkaufst und damit Gewinn machen willst. Die Anmeldung kostet je nach Stadt meist 20 bis 60 € und geht oft online. Danach kommen noch der Fragebogen vom Finanzamt und die Meldung bei der Berufsgenossenschaft.
RECHTLICHES
Darf ich 3D-Drucke von Thingiverse, Printables oder MakerWorld verkaufen?
Nur wenn die Lizenz es erlaubt. Steht "NC" drin oder ist es die "Standard Digital File License", darfst du die Drucke nicht verkaufen. Bei CC BY und CC BY-SA darfst du, wenn du den Designer nennst. In allen anderen Fällen: Designer fragen oder eine kommerzielle Lizenz kaufen.
RECHTLICHES
GPSR und CE-Kennzeichnung bei 3D-Drucken: Was du wirklich brauchst
Die GPSR gilt für fast alles, was du an Privatkunden verkaufst. Als Hersteller müssen dein Name, deine Adresse und eine Kontaktmöglichkeit aufs Produkt oder die Verpackung und in jedes Angebot. Eine CE-Kennzeichnung brauchst du nur, wenn eine spezielle EU-Regel greift. Bei 3D-Drucken ist das meistens Spielzeug oder alles mit Strom.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.
