RECHTLICHES
3D-Drucke verkaufen unter 18: So geht es legal
Von Samuel Hofert · Stand: November 2026
Kurz gesagt
Ja, das geht. Du brauchst die Erlaubnis deiner Eltern und eine Genehmigung vom Familiengericht. Danach darfst du ein eigenes Gewerbe anmelden und alles rund um dein Geschäft selbst entscheiden.
Als ich mit dem Verkaufen angefangen hab, wusste ich nicht, ob ich das als Minderjähriger überhaupt darf. Und so geht es vielen, die mir schreiben. Die gute Nachricht: Es geht. Es ist nur ein bisschen mehr Aufwand als mit 18.
Warum du eine Genehmigung brauchst
Unter 18 darfst du noch nicht alle Verträge allein abschließen. Für ein eigenes Gewerbe brauchst du deshalb zwei Dinge:
- Die Erlaubnis deiner Eltern. Sie erlauben dir offiziell, ein Geschäft zu führen.
- Die Genehmigung des Familiengerichts. Erst damit wird die Erlaubnis deiner Eltern wirksam.
Das steht in Paragraf 112 BGB. Danach darfst du für dein Geschäft alles selbst machen, also einkaufen, verkaufen und Verträge abschließen.
So läuft es ab
- Mit deinen Eltern sprechen. Zeig ihnen, was du vorhast: Was willst du verkaufen, wo, und wie viel Zeit kostet dich das? Die IHK hat mir im Interview gesagt, dass das immer der erste Schritt ist.
- Die Schule mit ins Boot holen. Das Gericht will sehen, dass die Schule nicht darunter leidet. Eine Bescheinigung der Schule hilft.
- Antrag beim Familiengericht. Das Familiengericht gehört zum Amtsgericht in deiner Nähe. Du stellst einen schriftlichen Antrag, deine Eltern unterschreiben mit. Danach werdet ihr angehört.
- Grundwissen nachweisen. Das Gericht will wissen, ob du verstehst, was ein eigenes Geschäft bedeutet. Oft schickt es dich dafür zur IHK, zu einer Beratung oder einem kurzen Kurs für Gründer. Die Bescheinigung legst du dann beim Gericht vor.
- Gewerbe anmelden. Mit der Genehmigung meldest du dein Gewerbe an, wie alle anderen auch: So meldest du dein Gewerbe an
Checkliste vor dem ersten Verkauf
Gewerbe, GPSR, Verpackung und alles andere zum Abhaken. Kostenlos per Mail.
Was du danach wissen solltest
- Du haftest selbst. Für alles, was dein Geschäft betrifft, bist du verantwortlich, auch mit deinem eigenen Geld.
- Kredite brauchen eine extra Genehmigung. Die Erlaubnis gilt nicht für alles.
- Krankenversicherung. Wenn du über deine Eltern familienversichert bist, gibt es eine Einkommensgrenze. Verdienst du mehr, kann die Familienversicherung wegfallen. Frag deshalb einmal bei deiner Krankenkasse nach.
- Kindergeld. Das hängt seit 2012 nicht mehr davon ab, wie viel du mit deinem Gewerbe verdienst.
Gibt es einen einfacheren Weg?
Manche starten über das Gewerbe ihrer Eltern. Dann verkaufen rechtlich deine Eltern und nicht du. Das kann für den Anfang einfacher sein. Aber dann sind auch sie verantwortlich, für Steuern, GPSR und alles andere. Sprecht das gut ab.
Mein Rat
Lass dich davon nicht abschrecken. Die IHK unterstützt junge Gründer gern und kostenlos. Im Interview haben mir beide Berater gesagt, dass sie es spannend finden, wenn jemand schon jung eine Idee umsetzt. Nur die Schule sollte nicht darunter leiden.
Checkliste vor dem ersten Verkauf
Gewerbe, GPSR, Verpackung und alles andere zum Abhaken. Kostenlos per Mail.
Häufige Fragen
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3D-Druck verkaufen: Brauchst du ein Gewerbe?
Ja, sobald du regelmäßig verkaufst und damit Gewinn machen willst. Die Anmeldung kostet je nach Stadt meist 20 bis 60 € und geht oft online. Danach kommen noch der Fragebogen vom Finanzamt und die Meldung bei der Berufsgenossenschaft.
DER ÜBERBLICK
3D-Drucke verkaufen: Was du wirklich beachten musst
Ja, du darfst deine 3D-Drucke verkaufen. Dafür brauchst du ein Gewerbe, die Erlaubnis für das Modell, die Angaben nach der Produktsicherheitsverordnung (GPSR) und eine Registrierung im Verpackungsregister LUCID. Bei Spielzeug und allem mit Strom kommt die CE-Kennzeichnung dazu.
PRODUKTE FINDEN
Was kann man mit dem 3D-Drucker verkaufen? Ideen, die wirklich laufen
Am besten laufen Teile, die ein konkretes Problem lösen oder zu einem Hobby passen: Ersatzteile, Erweiterungen, Halterungen, Organizer und Sachen, die man gern anschaut. Am wichtigsten ist aber, dass du hinter dem Produkt stehst.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.
