PRODUKTE FINDEN
Was kann man mit dem 3D-Drucker verkaufen? Ideen, die wirklich laufen
Von Samuel Hofert · Stand: November 2026
Kurz gesagt
Am besten laufen Teile für eine klare Nische: Ersatzteile und Erweiterungen für ein bestimmtes Produkt oder Zubehör für ein Hobby, das du selbst kennst. Allgemeine Sachen wie Organizer druckt jeder. Am wichtigsten ist aber, dass du hinter dem Produkt stehst.
Ich hab in zwei Jahren viele Produkte ausprobiert. Manche liefen richtig gut, die meisten nicht. Hier ist, was ich dabei gelernt hab.
Meine wichtigste Regel: Verkauf nur, wohinter du stehst
Hype-Produkte funktionieren kurz. Alles, wohinter ich nicht wirklich stand, hat mir ein, zwei Verkäufe gebracht, und dann war Schluss. Da schmeißt du Geld für Filament und deine Zeit aus dem Fenster. Die Produkte, die ich selbst cool fand und verstanden hab, liefen am längsten.
Starte mit deinem eigenen Hobby
Mein erstes Produkt kam aus meinem Hobby: Murmelbahnen. Der Hersteller hat kaum noch neue Teile rausgebracht, also hab ich welche gedruckt. Mein erster Verkauf war ein Murmelbahn-Teil auf Kleinanzeigen, nach ein bis zwei Tagen. Das Teil war noch richtig schlecht gedruckt, aber egal. Es hat ein Problem gelöst.
Frag dich also: Welches Hobby hab ich? Und was fehlt da, was ein 3D-Drucker lösen kann?
10 Sachen, die sich auf Etsy verkaufen lassen
Plus Checkliste, Vorlagen und Excel-Kalkulation im kostenlosen Werkzeugkasten.
Diese Produkte laufen oft gut
- Ersatzteile und Erweiterungen. Für ein bestimmtes Produkt, bei dem Teile fehlen oder nicht mehr hergestellt werden. So wie bei meinen Murmelbahn-Teilen. Leute suchen gezielt danach und zahlen gern dafür.
- Passgenaue Halterungen. Für ein bestimmtes Gerät oder Modell, nicht irgendeine Halterung. Wer genau dieses Gerät hat, sucht gezielt danach.
- Zubehör für Hobbys. Modellbau, Tabletop, Angeln, Garten, Musik. Kleine Nischen mit Leuten, die sich auskennen.
- Sachen, die man gern anschaut. Mein Bestseller waren Türme für eine Murmelbahn. Die Kugel rollt etwa zehn Sekunden im Zickzack runter. Ich fand die selbst gar nicht so besonders. Aber man schaut einfach gern zu.
Wichtig bei Spielzeug: Dann gelten strengere Regeln, zum Beispiel die CE-Kennzeichnung. Mehr dazu: GPSR und CE bei 3D-Drucken
Was eher schlecht läuft
- Die Klassiker, die jeder druckt. Zum Beispiel der Flexi-Drache. Da kannst du nur über den Preis gewinnen.
- Allgemeine Organizer und Deko. Stiftehalter, Kabelclips, Vasen. Gibt es überall günstig, und du hebst dich damit nicht ab.
- Alles mit fremden Marken oder Figuren. Das darfst du nicht verkaufen: Lizenzen und Marken
- Sehr günstige Kleinteile. Da frisst deine Arbeitszeit den ganzen Gewinn.
Woran du vorher erkennst, ob es sich verkauft
Ehrlich: Vorher weißt du es kaum. Aber du kannst deine Chancen verbessern.
- Auf Etsy suchen. Gibt es ähnliche Produkte? Haben die Bewertungen? Dann gibt es Nachfrage.
- Auf Kleinanzeigen suchen. Was wird dort angeboten, und zu welchem Preis?
- Lieber mehrere Produkte hochladen. Statt wochenlang auf das perfekte Produkt zu warten, lieber fünf hochladen und schauen, was läuft.
Lieber etwas teurere Produkte
Das hab ich zu spät verstanden. Bei einem Produkt für 30 € hast du kaum mehr Arbeit als bei einem für 8 €. Der Preis wächst schneller als die Arbeitszeit. Meine Türme hab ich erst für 13 € verkauft, später für 20 €. Sie liefen trotzdem.
Meine Liste mit 10 Ideen
Ich hab zehn Produktideen zusammengestellt, die sich auf Etsy verkaufen lassen. Die Liste bekommst du kostenlos.
10 Sachen, die sich auf Etsy verkaufen lassen
Plus Checkliste, Vorlagen und Excel-Kalkulation im kostenlosen Werkzeugkasten.
Häufige Fragen
Weiterlesen
RECHTLICHES
Darf ich 3D-Drucke von Thingiverse, Printables oder MakerWorld verkaufen?
Nur wenn die Lizenz es erlaubt. Steht "NC" drin oder ist es die "Standard Digital File License", darfst du die Drucke nicht verkaufen. Bei CC BY und CC BY-SA darfst du, wenn du den Designer nennst. In allen anderen Fällen: Designer fragen oder eine kommerzielle Lizenz kaufen.
DER ÜBERBLICK
3D-Drucke verkaufen: Was du wirklich beachten musst
Ja, du darfst deine 3D-Drucke verkaufen. Dafür brauchst du ein Gewerbe, die Erlaubnis für das Modell, die Angaben nach der Produktsicherheitsverordnung (GPSR) und eine Registrierung im Verpackungsregister LUCID. Bei Spielzeug und allem mit Strom kommt die CE-Kennzeichnung dazu.
RECHTLICHES
GPSR und CE-Kennzeichnung bei 3D-Drucken: Was du wirklich brauchst
Die GPSR gilt für fast alles, was du an Privatkunden verkaufst. Als Hersteller müssen dein Name, deine Adresse und eine Kontaktmöglichkeit aufs Produkt oder die Verpackung und in jedes Angebot. Eine CE-Kennzeichnung brauchst du nur, wenn eine spezielle EU-Regel greift. Bei 3D-Drucken ist das meistens Spielzeug oder alles mit Strom.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.
