GESCHÄFTSMODELLE
Mit Modellen auf MakerWorld und Printables Geld verdienen
Von Samuel Hofert · Stand: November 2026
Kurz gesagt
Auf MakerWorld bekommst du für beliebte Modelle Punkte, die du gegen Gutscheine tauschst. Auszahlen lassen kannst du dir im Moment nur Punkte aus exklusiven Modellen. Auf Printables gibt es Prusameter für Filament-Gutscheine sowie bezahlte Clubs und einen Store. Schnell reich wird davon kaum jemand, und steuerlich sind auch Gutscheine Einnahmen.
Ich muss gleich ehrlich sein: Eigene Modelle hab ich nie hochgeladen, und die Belohnungsprogramme hab ich selbst nicht genutzt. Ich kenne MakerWorld und Printables von der anderen Seite. Ich hab dort Modelle für meinen Shop gesucht, und ein guter Designer auf MakerWorld hat mir den Verkauf sogar kostenlos erlaubt. Hier ist, was du wissen solltest, wenn du selbst Modelle hochladen willst. Alles ist der Stand im Moment. Die Plattformen ändern ihre Programme öfter, also lies die aktuellen Bedingungen nach.
MakerWorld: Punkte und Boosts
MakerWorld gehört zu Bambu Lab. Für beliebte Modelle bekommst du dort Punkte.
- Punkte für Downloads und Drucke. Wenn andere deine Modelle und Druckprofile herunterladen und drucken, sammelst du Punkte. Druckprofile brauchen dafür eine gute Bewertung.
- Boosts. Andere Nutzer können deinem Modell einen Boost geben. Auch das bringt dir Punkte.
- Einlösen. Normale Punkte tauschst du vor allem gegen Gutscheine für den Bambu Lab Shop.
Echtes Geld gibt es nur über das Programm für exklusive Modelle, das seit Oktober 2024 läuft:
- Das Modell darf nur auf MakerWorld liegen, auf keiner anderen Plattform. Mindestens 90 Tage lang.
- Dafür gibt es mehr Punkte als für normale Modelle.
- Diese exklusiven Punkte kannst du dir auszahlen lassen, wenn du mindestens 100 US-Dollar zusammen hast.
- Um mitzumachen, brauchst du schon eine bestimmte Zahl an Drucken auf deinem Konto.
Normale Punkte lassen sich laut dem Bambu-Forum im Moment weiterhin nicht auszahlen, nur exklusive.
Printables: Prusameter, Clubs und Store
Printables gehört zu Prusa und hat drei Wege.
- Prusameter. Du bekommst sie, wenn dein Modell in den ersten 30 Tagen bestimmte Ziele bei Downloads und Likes erreicht, dazu ein paar einmalige Boni. Bei 350 Prusametern gibt es einen Gutschein für eine Spule Prusament. Ausgezahlt wird nichts, es gibt nur Prämien.
- Clubs. Fans zahlen dir monatlich für exklusive Modelle. Printables behält im Moment 10 %, dazu kommen Zahlungsgebühren. Einen Club bekommst du erst ab einer bestimmten Stufe und Zahl an Followern.
- Store. Hier verkaufst du einzelne Modelle für einen festen Preis. Printables behält im Moment 20 %, dazu kommen auch hier Zahlungsgebühren.
Lizenz-Spickzettel
Welche Lizenz den Verkauf erlaubt, plus Vorlage zum Designer-Anschreiben. Im kostenlosen Werkzeugkasten.
Die wichtigste Entscheidung: exklusiv oder nicht
Exklusiv auf MakerWorld heißt: nicht auf Printables, nicht auf Thingiverse, nirgendwo sonst. Du bekommst mehr pro Download, verlierst aber alle Leute, die auf den anderen Plattformen suchen.
Nicht exklusiv heißt: Du lädst überall hoch, sammelst Prusameter und MakerWorld-Punkte, bekommst aber nur Gutscheine und kein Geld von MakerWorld.
Es gibt kein Richtig oder Falsch. Überleg dir, wo deine Zielgruppe sucht. Und lies die Bedingungen genau, bevor du ein Modell exklusiv stellst, denn rauskommen ist erst nach der Mindestzeit möglich.
Vergiss die Lizenz nicht
Beim Hochladen wählst du eine Lizenz. Sie entscheidet, ob andere deine Drucke verkaufen dürfen. Aus Verkäufersicht war ich froh über jeden Designer, der das erlaubt hat. Einmal schrieb mich sogar ein Designer an, der nicht wusste, dass ich seine Lizenz gekauft hatte. Als Designer solltest du also bewusst entscheiden, was du erlaubst, und den Überblick behalten. Mehr dazu in meinem Artikel über Lizenzen beim 3D-Druck.
Wenn du deine Dateien direkt verkaufen willst statt auf Belohnungen zu setzen, schau dir an, wie man STL-Dateien verkauft.
Steuern: auch Gutscheine sind Einnahmen
Viele denken, Punkte und Gutscheine seien kein richtiges Geld. Steuerlich sieht das in aller Regel anders aus. Wenn du regelmäßig Punkte, Gutscheine oder Auszahlungen bekommst, sind das Einnahmen. Auch eine Filamentspule hat einen Wert. Wer das dauerhaft und mit dem Ziel macht, etwas zu verdienen, braucht meistens ein Gewerbe.
Wie genau du Gutscheine und Auszahlungen in Dollar ansetzt, klärst du am besten mit deinem Steuerberater oder deiner IHK. Für viele passt am Anfang die Kleinunternehmerregelung.
Realistische Erwartungen
Ich kann dir keine Zahlen nennen, weil ich es selbst nicht gemacht habe. Was ich vom Verkaufen weiß, gilt hier aber vermutlich auch:
- Die meisten Modelle gehen unter. Auf beiden Plattformen gibt es riesig viele Modelle. Nur wenige werden richtig oft heruntergeladen.
- Es ist Arbeit. Gute Fotos, getestete Druckprofile, eine klare Beschreibung und Antworten auf Fragen gehören dazu.
- Hype hält nicht lange. Beim Verkaufen hab ich gemerkt: Hype-Produkte bringen ein, zwei Verkäufe, dann nichts. Bei Modellen wäre ich genauso vorsichtig.
- Echte Probleme lösen. Mein erstes Produkt kam aus meinem eigenen Hobby und hat dort ein Problem gelöst. So würde ich auch bei Modellen anfangen.
Sieh die Programme als Zubrot oder als Weg, bekannter zu werden. Nicht als festes Einkommen.
Mein Fazit
Mit MakerWorld und Printables kannst du für deine Modelle etwas zurückbekommen, meistens in Gutscheinen und Filament. Echtes Geld gibt es auf MakerWorld nur für exklusive Modelle und auf Printables über Clubs und den Store. Entscheide bewusst, ob du exklusiv gehst, wähl deine Lizenz mit Absicht und vergiss die Steuern nicht. Und lade lieber regelmäßig gute Modelle hoch, statt auf das eine perfekte zu warten.
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Häufige Fragen
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GESCHÄFTSMODELLE
STL-Dateien verkaufen: Plattformen, Lizenzen und Steuern
Eigene STL-Dateien kannst du über Plattformen wie Cults3D, den Printables Store, Etsy oder Patreon verkaufen, die einen Teil des Preises als Gebühr behalten. Leg vorher fest, was Käufer mit deiner Datei dürfen, vor allem, ob sie Drucke verkaufen dürfen. Bei Verkäufen an Privatkunden in der EU gelten für digitale Produkte eigene Umsatzsteuerregeln, die du mit einem Steuerberater klären solltest.
RECHTLICHES
Darf ich 3D-Drucke von Thingiverse, Printables oder MakerWorld verkaufen?
Nur wenn die Lizenz es erlaubt. Steht "NC" drin oder ist es die "Standard Digital File License", darfst du die Drucke nicht verkaufen. Bei CC BY und CC BY-SA darfst du, wenn du den Designer nennst. In allen anderen Fällen: Designer fragen oder eine kommerzielle Lizenz kaufen.
RECHTLICHES
3D-Druck verkaufen: Brauchst du ein Gewerbe?
Ja, sobald du regelmäßig verkaufst und damit Gewinn machen willst. Die Anmeldung kostet je nach Stadt meist 20 bis 60 € und geht oft online. Danach kommen noch der Fragebogen vom Finanzamt und die Meldung bei der Berufsgenossenschaft.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.
