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Zweiter 3D-Drucker: Wann er sich lohnt und wie du es ausrechnest

Von Samuel Hofert · Stand: November 2026

Kurz gesagt

Ein zweiter 3D-Drucker lohnt sich, sobald Kunden auf dich warten müssen und dein Drucker trotz voller Druckplatten fast durchgehend läuft. Rechne kurz aus, nach wie vielen verkauften Teilen er bezahlt ist. Ich hab meinen zweiten viel zu spät gekauft.

Wenn ich eine Sache in meinem Shop anders gemacht hätte, dann die hier: Den zweiten Drucker hätte ich viel früher kaufen sollen. Kunden mussten warten, und das Geld wäre schnell wieder drin gewesen. Hier ist, woran du merkst, dass es Zeit ist, und wie du es durchrechnest.

Die Zeichen, dass es Zeit ist

  • Kunden warten. Deine Lieferzeit wird länger, als du sie angegeben hast oder als du selbst willst.
  • Du bremst dich selbst. Du stellst Angebote auf Pause oder sagst Bestellungen ab, weil du nicht hinterherkommst.
  • Der Drucker läuft fast durchgehend. Und du planst deinen Tag um die Druckzeiten herum.
  • Für Neues ist kein Platz. Du kannst keine neuen Produkte testen, weil der Drucker immer mit Aufträgen belegt ist.
  • Ein Ausfall wäre ein Problem. Mit einem einzigen Drucker steht alles still, wenn die Düse verstopft oder ein Teil kaputtgeht.

Warten ist im Verkauf teuer. Wer zu lange auf sein Paket wartet, bestellt beim nächsten Mal woanders oder schreibt eine schlechtere Bewertung.

Erst die einfachen Sachen

Bevor du Geld ausgibst, hol mehr aus dem Drucker raus, den du schon hast. Was mir geholfen hat: mehrere Sachen auf einmal drucken statt jedes Teil einzeln. Eine volle Druckplatte über Nacht ist viel effizienter als fünf kleine Drucke über den Tag verteilt. Mehr Ideen dazu stehen in meinem Artikel übers Automatisieren.

Wenn der Drucker danach immer noch nicht reicht, ist es Zeit.

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Die Auslastung grob ausrechnen

Schreib eine Woche lang auf, wie viele Stunden Druckzeit deine Bestellungen brauchen. Dann vergleich das mit den Stunden, die dein Drucker wirklich schafft. Das sind weniger als 168 Stunden pro Woche. Du musst Platten wechseln, Fehldrucke wiederholen, Filament tauschen, und nachts nimmt meistens niemand den fertigen Druck runter.

Nur als Beispiel: Brauchen deine Bestellungen 90 Stunden pro Woche und dein Drucker schafft realistisch 80, dann hängst du jede Woche weiter hinterher. Spätestens dann hilft nur ein zweiter.

Rechnet sich der Drucker?

Die einfachste Rechnung geht so:

Preis des Druckers ÷ was dir pro Teil übrig bleibt = Teile, bis er bezahlt ist

Übrig bleibt, was nach Material, Strom, Verpackung und Gebühren übrig ist. Nur als Beispiel mit ausgedachten Zahlen: Kostet der Drucker 600 € und bleiben dir pro Teil 6 €, hast du ihn nach 100 verkauften Teilen wieder drin. Wie viel bei dir pro Teil übrig bleibt, kannst du mit dem Preisrechner ausrechnen.

Zwei Sachen vergessen dabei viele:

  • Deine Arbeitszeit. Ein zweiter Drucker heißt auch mehr Platten abnehmen, nacharbeiten und verpacken. Die Arbeitszeit vergessen fast alle, ich am Anfang auch.
  • Die Nachfrage muss da sein. Das Geld kommt nur zurück, wenn es die Bestellungen schon gibt. Kauf ihn nicht auf Verdacht, sondern weil Kunden warten.

Gleiches Modell oder ein anderes?

Gleiches Modell Anderes Modell
Druckprofile einfach übernehmen neu einstellen
Ersatzteile passen für beide getrennt lagern
Ergebnis sieht aus beiden gleich aus kann leicht anders aussehen
Neue Möglichkeiten keine z. B. größerer Bauraum, mehrere Farben, andere Materialien

Meine Faustregel: Brauchst du einfach mehr vom Gleichen, nimm das gleiche Modell. Dann läuft der zweite Drucker vom ersten Tag an. Fragen Kunden nach Sachen, die dein jetziger Drucker nicht kann, kann ein anderes Modell sinnvoller sein. Dann rechne aber mit Einarbeitung.

Steuern: GWG und Abschreibung

Hier geht es nicht um mein eigenes Beispiel, sondern um die Regeln, wie sie im Moment gelten. Lass dir das für deinen Fall von deinem Steuerberater bestätigen.

  • Bis 800 € netto: Der Drucker ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut, kurz GWG. Du kannst ihn im Jahr des Kaufs komplett als Ausgabe ansetzen. Netto heißt ohne Umsatzsteuer.
  • Als Kleinunternehmer: Für die Grenze zählt laut den Einkommensteuer-Richtlinien trotzdem der Nettowert, auch wenn du die Umsatzsteuer nicht zurückbekommst. Ein Drucker für 950 € brutto liegt netto knapp unter 800 €. Als Ausgabe ansetzen kannst du dann den Preis, den du wirklich bezahlt hast.
  • Über 800 € netto: Dann verteilst du die Kosten über mehrere Jahre, das nennt man Abschreibung. Für Geräte zwischen 250 und 1.000 € netto gibt es als Alternative den Sammelposten über fünf Jahre.
  • Das Gerät muss alleine nutzbar sein. Bei Druckern fürs Büro, die nur am Computer funktionieren, sieht das Finanzamt das kritisch. Ein 3D-Drucker läuft meistens eigenständig. Trotzdem: kurz nachfragen.

Und ganz wichtig: Abschreiben heißt nicht, dass du Geld zurückbekommst. Es senkt nur den Gewinn, auf den du Steuern zahlst.

Mein Fazit

Wenn Kunden warten und du die einfachen Tricks schon nutzt, kauf den zweiten Drucker. Rechne vorher kurz durch, nach wie vielen Teilen er bezahlt ist. Ich hab zu lange gezögert und Kunden warten lassen. Und wenn der zweite irgendwann auch nicht mehr reicht, lies dir meinen Artikel zur Print Farm durch.

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Häufige Fragen

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Keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich zeige dir, wie es bei mir war und was ich gelernt habe. Im Zweifel frag deine IHK, die berät kostenlos.